Fortsetzung von oben...
Zuletzt war geschrieben:
"Nach diesen Erklärungen für „Single-Tantra“ kommen wir nun zu einer der wichtigsten Praktiken des Tantrika: Der göttlichen Hochzeit!"
Die tantrische Hochzeit...
oder: Wenn Shakti ihren Shiva trifft....
Bevor wir nun dieses Ritual genauer erklären – wobei der Schwerpunkt auf den Allegorien liegen wird – müssen auch hier noch einige Anmerkungen vorab sein.
Zunächst sei gesagt, daß diesem Ritus (es wäre falsch, hier den Begriff Asana zu gebrauchen) etliche Wochen einzelner Übungen der verschiedensten Disziplinen vorausgehen. Unter anderem auch jene, welche wir zuvor als Einzelübung vorgestellt haben.
Am Tage des Vollzugs des Ritus gehen nochmals intensive Reinigungsmaßnahmen voran, welche die Partner sich schon gegenseitig verrichten. Dann folgen Massagerituale zuerst der Körper, um Pranaströme gegenseitig zu erfühlen, um in Massagen für Lingam und Yoni überzugehen.
Es wurde hier als nicht nötig erachtet, diese Massagen genauer zu beschreiben, denn es existiert wirklich umfangreiche Literatur darüber.
Und hier kann man fast nichts falsch machen....
Na ja, liebe Yogis....fast nichts....
Allein diese nun angedeuteten „Voraustechniken“ können mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
Es gibt verschiedene Ausführungsstellungen, wir erklären hier die klassische Hochzeit von Shiva und Shakti, darum wird hier nur die Sitzposition erklärt.
Das sich die folgende Übung nur für heterosexuelle Paare (also Frau und Mann) eignet, versteht sich bei weiterem lesen von selbst.
Ehrlichkeitshalber sei angefügt, daß sich folgende Stellung sehr zum nachahmen lohnt (wer es bislang noch nicht tat...), die Ergebnisse, welche hier beschrieben werden, können jedoch ohne ausführliche Technik zuvor und währenddessen nicht erreicht werden!
Darum besteht zu keiner Zeit irgendwelche Gefahr!
Bereit?
Nun denn...lasst uns beginnen...
Folgendes tantrische Ritual sollte im Sitzen ausgeführt werden.
Fortgeschrittene Tantrika praktizieren es im Padmasana oder im Sukhasana. Dies ist jedoch nicht unbedingt nötig. Der gleiche Effekt ergibt sich auf einem Stuhl sitzend (ohne Seitenlehnen!) oder auf einer niedrigen Bank oder einem Meditationshocker (Achtung: Bei allen Varianten saugfähige Tücher unterlegen – die Säfte fliesen hier normalerweise reichlich!).
Bei allen Sitzvarianten ist es zwingend wichtig, daß beide Tantrika mit aufrechter Wirbelsäule sitzen!
Der Mann sitzt „unten“, Lingam erigiert, die Frau setzt sich, mit dem Oberkörper zu ihm gewandt, auf ihn und führt den Lingam in ihre Yoni ein.
Beider Schambeine so eng als möglich aneinander pressen. Beide Oberkörper so eng als möglich aneinander, wichtig dabei – wie schon geschrieben – die aufrechte Wirbelsäule beider Praktizierender!
Beim Kuss sei es anfangs erlaubt, daß sich beide Köpfe so minimal wie möglich neigen, um einen intensiven inneren Kuss (Zunge/Zunge) zu ermöglichen. Die Atmung sollte von Anfang an und weiterhin ausschließlich durch die Nase erfolgen!
Die Frau kann sich an Schulter und Rücken intensiv an den Mann pressen, der Mann unterstützt anfangs die „hebenden Beckenbewegungen“ der Frau dadurch, daß seine Hände auf dem Po (oder seitlich davon) ruhen.
Diese Bewegungen und der Kuss können so lange intensiv erfolgen, bis einer (richtige Tantrika sind hier bereits synchron!) orgastische Wellen aufsteigen fühlt. Selbstverständlich kann dies durch Rede dem Partner auch angezeigt werden.
Dann erfolgt bei Beiden folgendes:
Sperre von After und Urinalmuskel, Zwerchfellsperre, Kinnsperre (also Maha-Banda), Zunge zum „Eigenen Geschlechtsverkehr“ nach hinten (also Khechari Mudra), Nasenatmung (wie hoffentlich bislang eh schon geschehen!), „hebende“ Beckenbewegungen einstellen.
Augenlider geschlossen und Augen auf dem dritten Auge ruhend, Visualisierung beim Einatem (Kinnsperre dabei aufheben!), wie orgastische Energie entlang der Wirbelsäule nach oben steigt.
Wenn Ausatem nötig ist, alle Sperren kurz lösen, schnell ausatmen und dann gleich wieder alle Sperren ein und langsamer Einatem mit Visualisierung!
Was geht hier jetzt energetisch vor?
Nun, zunächst sieht es so aus: Der erigierte Lingam ist nunmehr zum
Muradanda Stab (Stab des Lebens) geworden. Er ist Ausdruck der lebensschaffenden Kraft! Er steht allegorisch für die Sushumna.
Würde der Lingam (vielmehr der Mann dazu) jetzt ejakulieren, so würde sich die Kundalini Energie in einen Orgasmus verflüchtigen, da alle Energie ausgestoßen würde!
Doch im Tantra lernt der männliche Tantrika, den Orgasmus ohne Ejakulation zu erleben und so geht die Kraft direkt in Brahmans Höhle! Dadurch sind auch keinerlei organische Schäden zu befürchten.
Nach einigen Ausführungen verhärtet sich mit der Zeit das Sperma im Hodensack (es wurde als Energie transformiert, die Produktionskraft fliest nun zusätzlich an andere Stelle!), die Oja – Energie in der bisherigen Gleitflüssigkeit geht ins Rückenmark.
Der Energiekreislauf der Genitalien stellt symbolisch (na ja...und noch mehr, aber lassen wir das) die Strömung des gesamten Körpers dar.
Die Hoden stehen für Ida und Pingala, also die Sonnen- und Mondkanäle. Erregt man die Hoden richtig (der Lingam muss dabei nicht zwangsläufig erigieren!), so sind Ida und Pingala ausgeglichen. Zu erkennen auch an einer gleichseitigen Nasenatmung!
Der Lingam ist in zwei Zonen unterteilt (zur Vereinfachung berücksichtigen wir die Vorhaut nicht!) : Die Spitze stellt die Sonne dar, die Wurzel die Erde!
Bei der Frau stehen die beiden Schamlippenpaare für Ida und Pingala. Die äußeren Lippen stehen für die Sonnenenergie, die inneren für die Mondenergie!
Die Klitoris (also der weibliche Lingam) steht wiederum für die Sonnenenergie, die Kunda (also der sog. G-Punkt) für die Mondenergie!
[Einschub 1: Aufgrund dessen, ist zwar ein bestimmtes Chromosom in Verbindung best. Hormone für die Zeugung von Jungen oder Mädchen zuständig, doch diese werden gesteuert durch die Vorgänge in Brahmans Höhle und somit über Ida und Pingala!]
[Einschub 2: Jetzt könnt Ihr darüber nachdenken, was man unter "Sonnenyoga" und der Asana "Sonnengruß" wohl wirklich versteht! ;)]
Jetzt machen wir schnell einen kleinen Abstecher zum Hinduismus bzw. zum Gott der Yogis und Tantrika:
Shiva!
Shiva ist der eigentliche Begründer des Tantras! Zwar meinte jemand neulich, Shiva sei sein Vorbild für die Enthaltsamkeit, da er ja schließlich tausend Jahre in Meditation verbrachte....
Aber bitte...Shiva ist mehrere zehntausend Jahre alt – was sind da tausend Jahre Meditation?
Und dann: Anschließend führte er seine Frau Parvati in den Tantra und den Yoga ein und er zeugte Ganesha!
Warum wird in den Hindu-Tempeln (und nicht nur dort! Die Nath lassen grüßen!) Shivas Lingam verehrt?
Nun, eigentlich wird nicht direkt sein Lingam verehrt, sondern sein
erigierter Lingam!
Ein Unterschied!
Denn wir wissen jetzt ja, daß der erigierte Lingam die Schöpferenergie in Form des
Muradanda Stabes (Stab des Lebens) darstellt. Also ein Ausdruck der lebensschaffenden Kraft! Und symbolisch für die Sushumna!
Sein Dreizack steht u.a. für die drei Rückenkanäle, aber auch für die Dreieinigkeit des Göttlichen! Aufgrund dessen, daß bei ihm (mit ihm) immer ein weißer Bulle ist, ist Shiva durch tantrisch yogische Praxis transformiert. Obwohl eine männliche Gottheit, hat er sich „zerstört“ und wurde androgyn. Er beherrscht die Männlichkeit, die zerstörerische Kraft, welche zugleich schaffend ist, doch er reitet sie (die Kraft = den Bullen) nur, wenn er sie auch braucht! Mond und Sonne stehen für die Vereinigung beider Kräfte.
Der Quell aus seinem Scheitel zeigt die ständige Präsenz des Göttlichen an. Aber auch, daß keine Schwerkraft mehr wirkt, obwohl er mitten in der Welt sitzt.
Na ja... das reicht jetzt aber...
Noch vieles gäbe es über IHN zu sagen....so vieles....
Doch es ist nicht das Thema und so kehren wir zurück zum Tantra.
Doch etwas müssen wir jetzt doch noch erklären: Die Schwerkraft!
Bekannt, meint Ihr?
Na gut....
Vielleicht erklär ich ´s trotzdem kurz?
Also: Alle Körperfunktionen orientieren sich im Normalfall von oben nach unten, gemäß den „Gesetzen irdischer Schwerkraft!“
Also sprich: oben Futter und Wasser hinein, durch den Körper nach unten und unten hinaus.
Wirklich?
Nicht ganz!
Denn feste Nahrung geht mit den Anteilen der Ojas (das dort enthaltene Prana) zum Beispiel direkt in den Kopf! Darum ist richtige Ernährung gerade bei Kindern enorm wichtig! Aber gut, lassen wir das.....
Wir waren bei der Schwerkraft von oben nach unten!
Wie verhält es sich, wenn der Mann in der Frau ejakuliert?
War jetzt gemein – denn es ist nichts anderes! Auch wenn die Spermien zuerst „bergauf“ schwimmen. Der Mann gilt als gebend, die Frau als nehmend bzw. empfangend.
Doch in unserem tantrischen Kreislauf, welchen wir nun beschreiben, verhält es sich anders.
Die Berührungspunkte des Paares sind also Yoni/Lingam, Bauch/Bauch und Kopf/Kopf!
Wir bedenken dabei noch, da die Frau oben sitzt, sie im Normalfall etwas höher ist, als ihr Partner unter ihr.
Dadurch ergibt sich folgender Kreislauf: Durch das Kronenchakra der Frau strömt Pranaenergie in sie hinein und geht bereits im Kopfbereich auch auf ihren Partner über, welche dieselbe Energie schwächer empfängt, da er tiefer als sie ist. Die Energie strömt zuerst durch einen Kanal nach unten (z.B. Ida) um im anderen (also Pingala) nach oben zu strömen.
Durch das Wurzelchakra des Mannes kommt Erdprana – Energie in ihn und geht im Bereich Yoni/Lingam bereits auf seine Partnerin über. Bei ihr strömt nur reduziert Erdenergie ein, da sie auf seinem Schoß sitzt!
Doch diese beim Mann einströmende Energie verstärkt sich dermaßen, daß sein Lingam saugend wird!
Wirklich!
Ein erigierter Lingam kann saugen!
Aufgrund der Position des Paares liegt die Spitze seines Lingam (Sonne!) an der Kunda der Partnerin (Mond!) und stellt so einen magnetisch-elektrischen Effekt her!
Durch das Aufkommen des Orgasmus (und die erfolgte „Gleichschaltung“ des Paares) wird der Kreislauf beschleunigt, orgastische Oja-Energie beginnt auszuströmen und wird nun mittels der Kobra Atmung nach oben gelenkt.
Doch diese fliest nun nicht gerade, wie in anderen Yoga Arten (z.B. Kriya Yoga), sondern sie fliest in beiden Tantrikas von unten zur Mitte (3. Chakra, Sonnengeflecht), „springt“ dann von ihr zu ihm und von ihm zu ihr um dann weiter in beiden nach oben zu fliesen und zuerst im Bereich des dritten Auges, später im Bereich der Krone auszutreten.
Dabei kommt es zu einer Umkehr der Schwerkraft, alle Energie fliest nach oben in Brahmans Höhle. Dort kommt es zur Herstellung der „goldenen Brücke“!
Im Bereich der Berührung und des Tauschs der Energien im Bereich des Sonnengeflechts wird die Frau zum Mann und der Mann zur Frau.
Bei beiden öffnen sich ihre „Kammern des Herzens“ (ein spirituell verborgener Raum) und wahre Liebe und Einssein strömt in die Praktizierenden und aus ihnen heraus ( der Mer-Ka-Ba-Körper weitet sich).
Die kosmische Einheit vollzieht sich hier.
Wer nun aufgepasst hat, der hat bemerkt, daß jener Energiekreislauf eine große Acht beschrieben hat. Und wer nun noch die Zahlensymbolik kennt, weiß, daß die acht für die Unendlichkeit steht.
Das NICHTS in ALLEM ist erreicht.
ES ist vollbracht.
Hier enden wir in der Ausführung, da der Rest nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt ist.
Es sei angemerkt, daß beim ersten Mal dieses Erleben nicht dauerhaft sein wird.
Doch sei auch geschrieben, daß es nicht vieler Wiederholungen bedarf!
Allegorisch haben wir jetzt übrigens das Shri Yantra hergestellt! Mann (Dreieck nach oben), Frau (Dreieck nach unten), Dreiecke nach allen Seiten durch die Herstellung des Mer –Ka –Ba – Körpers und schließlich Bindu in der Kammer des Herzens.
Warum durch Sexualität?
Weil durch den Tausch der Energieströme im Solarplexus alle Nebenwirkungen der Kundalini-Energie aufgehoben werden! Na ja... in Wahrheit gibt es keine Nebenwirkungen der Kundalini Energie. Es gibt nur die Angst vor diesen, weil jeder, der sicherlich nichts wußte, etwas darüber zu berichten wußte!
Auch das Verbrennen karmischer Einlagerungen in der Wirbelsäule geschieht mit wesentlich weniger Aufwand als auf anderen Yoga Wegen.
Doch trotz alle dem ist Tantra ein Weg des Mutes: Denn egal wer mein/e Partner/in ist, es bedingt ein totales Öffnen gegenüber ihm/ihr. Die Beiden kommen sich so nahe, wie selten zuvor in vielen Leben!
So...das war ´s - nicht in Kürze, doch in knapper Form.
Denn vieles blieb unerwähnt!
Doch ein paar Anmerkungen seien noch erlaubt.
In der letzten Fortsetzung....
...gleich im Anschluss....